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Stillgeschichte von Ferdinand - Seite 2 von 4

Originalbericht Katrin Burger, dipl. Ökotrophologin, Wissenschaftsjournalistin

2. Woche (Fortsetzung)

Mitte der zweiten Woche rief ich meine Hebamme an und sagte, dass jetzt einfach etwas geschehen müsse, um all das erträglicher zu machen. Sie riet mir, meine Frauenärztin aufzusuchen, um abklären zu lassen, was für ein Keim für die Brustentzündungen verantwortlich war. Sie machte sich auch Sorgen, da meine Milch jedes mal Fäden zog, was sie sich nicht erklären konnte.

Die Frauenärztin verschrieb mir Antibiotika (Amoxicillin) und ein Medikament namens Pravidel, das die Milchbildung hemmt. Einen Abstrich machte sie nicht, da sie meinte, dass es nichts brächte, zu wissen, was für ein Keim verantwortlich sei. Sie riet mir, beide Brüste von nun an durch Stillhütchen zu schützen.

Ich nahm dann nur das Antibiotika ein, da meine Hebamme fürchtete, meine Milchproduktion könnte durch Pravidel versiegen. Zusätzlich habe ich eine Homöopathin und eine Heilpraktikerin konsultiert. Ich therapierte mich mit Sepia, Phytolacca, einer Salbe gegen Lymphdrüsenentzündung und Bachblüten. Zeitweise nahm ich auch ein homöopathisches Aufbaumittel ein.

Zudem legte ich Ferdinand nur immer an einer Brust an, um die Milchmenge auf natürliche Weise zu reduzieren und das Entzündungsgeschehen zu lindern.

Mein Zustand verbesserte sich erstmal. Ferdinand wurde jedoch immer unruhiger. Er schlief nicht mehr seine 4 Stunden, war oft kaum zu beruhigen und saugte oft länger als eine Stunde an meiner Brust. Mir war das Recht, weil er solange zufrieden schien. Ende der zweiten Woche machte ich das erste Mal einen Ausflug nach draußen. Die Schmerzen beim Ansaugen waren erträglich, aber keineswegs verschwunden.

Zusätzlich sollte ich nun ab und zu Glukose auf die Warzen streuen, empfahl meine Hebamme. Immer wieder versicherte sie mir, dass solche Entzündungen normal und nach längstens drei Wochen verheilt sind.

3. Woche

In der dritten Woche dachten mein Freund und ich, dass wir ein Schreikind haben. Ich suchte nach Adressen von Cranio-Sacral-Therapeuten und wir versuchten es mit Fencheltee und Carminativum-Tropfen gegen Blähungen. Den Tee saugte Ferdinand gierig auf. Zeitweise dachten wir, das Mittel würde helfen, aber immer wieder waren wir am Rande der Verzweiflung, trauten uns kaum raus mit dem Kleinen oder Besuch zu empfangen.

Ferdinand hatte auch kaum Stuhlgang. Und wenn, dann war es grünlich und wenig. Eine Vertretung meiner Hebamme kam mit einer Storchenwaage und ermittelte für Ferdinand zu diesem Zeitpunkt ein Gewicht von 3100 g. Also unter dem Geburtsgewicht und das in der dritten Woche. Aber sie versicherte mir, dass wenn er jetzt zunehmen würde, es kein Problem gäbe, wir seien ja auch beide eher „drahtige“ Personen. Und solange das Baby nicht apathisch sei, schuppige Haut bekäme oder eine eingefallene Fontanelle, sei er gesund.

4. Woche

Zu Beginn der vierten Woche wog mein Sohn laut Waage 3150 g. Immerhin mehr als vor einer Woche, aber noch lange nicht das Geburtsgewicht. Ich begann mir Sorgen zu machen, die aber durch die Hebammen zerstreut wurden. Dann bekam ich wieder Schüttelfrost und meine rechte Brust entzündete sich abermals. Ein dicker, roter Strang verlief auf der linken Seite von oben nach unten. Wieder 40 Grad Fieber, diesmal schmerzte die Brust noch mehr als zuvor. Glücklicherweise kam meine beste Freundin zu Besuch, die selber ihr Baby gestillt hatte und mir Tipps geben konnte. Sie versorgte mich mit Essen, Quarkwickeln, Teeauflagen und schaffte es Ferdinand zumindest mit dem Schnuller für einige Zeit zu beruhigen.

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