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Stillgeschichte von Hannah

Originalbericht Christina Rink

Hannahs und meine Stillbeziehung begann in der Klinik nicht gerade ideal: Hannah war nach der Geburt sehr erschöpft und schlief zunächst stundenlang.

Am nächsten Tag musste ich fast darauf drängen, dass man mir endlich das Anlegen des Kindes zeigt. Als Hannah die Brustwarze nicht gleich zu fassen bekam, wurde mir sehr schnell zu einem Stillhütchen geraten.

Am dritten Tag entwickelte Hannah eine Neugeborenengelbsucht. Sie war kaum noch wach zu bekommen und musste drei Nächte in einen UV-Inkubator. Da sie wegen des hohen Bilirubinwerts viel Flüssigkeit zu sich nehmen sollte, wurde sie aus dem Fläschchen mit meiner abgepumpten Milch und mit Glukoselösung gefüttert.

Als wir zuhause waren, verweigerte sie die Brust, mit der sie sich in der Klinik nie ganz angefreundet hatte, und trank nur noch aus dem Fläschchen. Ein paar Tage lang versuchte ich vergeblich, sie von der Brust zu überzeugen. Wenn sie dann schließlich schrie wie am Spieß und ich in Tränen aufgelöst war, gab ich ihr jedes Mal doch wieder abgepumpte Milch aus dem Fläschchen.

Allein wusste ich mir nicht mehr zu helfen. In meiner Not wandte ich mich an Petra Schwaiger. Ein Glücksfall! Sie kam noch am selben Tag zu uns und empfahl mir, ab sofort nicht mehr mit dem Fläschchen zu füttern, sondern, wenn es gar nicht anders geht, mit einem kleinen Kunststoffbecher, um Hannahs Saugverwirrung abzustellen.

Da Hannah immer gleich aufgab, wenn an der Brust nicht nach 1-2 kurzen Zügen keine Milch kam, zeigte uns Frau Schwaiger, wie wir sie mit einer milchgefüllten Spritze und einer dünnen Sonde austricksen können: Mit Hilfe der Sonde leitete mein Mann bei jedem Stillbeginn ein paar Tropfen Milch in ihren Mund, sobald sie Anstalten machte, das Stillhütchen in den Mund zu nehmen und zu saugen.

So ermutigt, fing sie dann tatsächlich an, kräftiger zu saugen und zu trinken. Innerhalb von 2-3 Tagen hatte sie die Brust mit Stillhütchen als Nahrungsquelle akzeptiert und trinkt nun problemlos. Nur der Wechsel vom Stillhütchen auf die Brust ohne Hilfsmittel fällt uns im Moment noch etwas schwer, was vermutlich daran liegt, dass ich ihn nicht konsequent genug betreibe und das Stillen "ohne" deshalb bisher nur im Liegen klappt.

Ich bin jedenfalls sehr froh, dass ich nicht gleich aufgegeben und bei Petra Schwaiger kompetente und geduldige Hilfe gefunden habe!

Christina Rink und Hannah